
Mal nicht so hübsch… sagte meine Kunstdozentin!
Dabei wollte ich doch so gerne ein richtig schönes Bild malen.
Aber nein, diese eine Dozentin ging durch das Semester an der Kunstakademie und war überhaupt nicht begeistert von unserer aller so wunderschönen Bilder.
Och neee, so viel Anstrengung für nix oder wie?
Es ist frustrierend, wenn unsere Bemühungen nicht sofort anerkannt werden, wenn die erwarteten Lobeshymnen ausbleiben.
Dieser Ansatz „Nicht so hübsch malen“, öffnete aber die Tür zu einer Welt, in der Perfektion nicht das ultimative Ziel ist.
Noch heute höre ich ihre Stimme in meinem Ohr und diese Kritik ist mir nach wie vor eine Aufforderung meine Bilder kritisch zu betrachten und dann einmal zu überarbeiten. ( Manchmal fange ich zu hübsch an….davon aber ein anderes Mal mehr!)
Warum war und ist diese Kritik so wichtig?
Vielleicht war es damals ihre Art zu sagen, dass Kunst mehr sein kann als nur gefällige Ästhetik. In der Unvollkommenheit sah sie den Raum für Kreativität, Experimente und persönlichen Ausdruck. Die Ablehnung der „schönen Malerei“ war in Wirklichkeit eine Einladung, tiefer zu graben und die einzigartige Essenz jedes Einzelnen zu fördern. Die Kritik dieser Dozentin war nicht dazu gedacht, uns zu entmutigen, sondern uns zu ermutigen, den Blickwinkel zu ändern und unseren eigenen Weg zu gehen.
Mich lehrte es, die Schönheit in der Unvollkommenheit zu entdecken. Kein einfacher Weg. Es war für mich die Ermutigung, mich von der Fessel des allgemeinen Geschmacks zu lösen und meinen individuellen künstlerischen Ausdruck zu suchen und zu finden. Und das immer wieder neu, in jedem einzelnen Bild.
Anstatt mich darauf zu konzentrieren, was als „schön“ gelten könnte, konzentriere ich mich darauf, was für mich eine authentische Umsetzung eines Themas ist.
Im Streben nach Authentizität werden Schönheitsnormen irrelevant. Es geht nicht darum, dem Idealbild zu entsprechen, sondern die Schönheit der Individualität zu erkennen. Ehrlich sein und Schwächen zu akzeptieren gehört dazu. Oftmals wird Authentizität mit Unvollkommenheit verwechselt, aber in Wirklichkeit ist es ein Ausdruck von Stärke. Es erfordert Mut, gegen den Strom zu schwimmen und sich nicht von den Erwartungen anderer beeinflussen zu lassen. Ermutigung und Begleitung seitens anderer kompetenter Menschen halte ich allerdings für sehr wertvoll . Das ist auf jeden Fall eine Bereicherung.
Es geht um die Fähigkeit, sich zu entfalten und zu wachsen, anstatt sich in eine vorgefertigte Form zu zwängen, die der Kunstmarkt anscheinend vorgibt.
Fazit:
Die Einzigartigkeit eines jeden Kunstwerkes ist großartig.
Vielleicht sollten wir uns weniger darauf konzentrieren, was andere als schön empfinden, und stattdessen den Mut finden, das zu schaffen, was uns selbst bewegt. Und übrigens gilt das ja nicht nur für die Kunst… Denn am Ende des Tages liegt die wahre Freiheit in der individuellen Authentizität und der Fähigkeit, den eigenen Stil zu finden, ungeachtet der gängigen Normen.
Mal nicht so hübsch, sei lieber authentisch!
Bist du neu hier? Und möchtest mehr von meiner Kunst sehen?
Auch interessant:
Von neuen Anfängen
Ein persönlicher Rückblick Kennst du das? Da wird man in irgend ein Schema gepresst und…
Wenn beim Malen alles anders läuft
Mein stiller Mitmaler Manchmal stehe ich vor der Leinwand, als hätte ich alles im Griff….
Keine Angst vor abstrakter Kunst!
Drei Tage am See 80 x 240 cm Abstrakte Kunst? Ab und zu werde ich…
Authentizität- der Herzschlag eines Bildes.
Mal nicht so hübsch… sagte meine Kunstdozentin! Dabei wollte ich doch so gerne ein richtig…
Mein Lieblingsritual im Atelier. So trickse ich mich in den kreativen Flow
Wie ich mich selbst austrickse, um endlich anzufangen Es gibt sie, diese sagenumwobenen Künstler*innen, die…
Ich komme beim Malen nicht weiter
3 Tipps für neuen Flow, wenn das angefangene Bild „zickt“ Jede:r, der malt, kennt es:…
